Capello: Russland droht bei Nicht-EM-Qualifikation mit Entlassung

Nationaltrainer Fabio Capello muss mit Russland weiter um das EM-Ticket für die EURO 2016 zittern. Sollte sich die Sbornaja aber nicht für die Europameisterschaft in Frankreich qualifizieren, muss der italienische Star-Trainer seinen Hut nehmen. Denn ein Scheitern käme einem „Vertragsbruch“ gleich, wie Nikolai Tolstych, Chef des Russischen Verbandes, in einem Interview mit „sports.ru“ unmissverständlich klar macht.

Fabio Capello, Russland © Steindy

„Der Vertrag beinhaltet eine Klausel, dass der Trainer bei schlechten Resultaten entlassen werden kann. Und eine Nicht-Qualifikation für die EURO 2016 würde einem Vertragsbruch gleichkommen“, erklärte Tolstych, um dann aber etwas Schärfe herauszunehmen. „Es ist aber nicht in Ordnung, so etwas zu betonen, solange die Mannschaft noch entscheidende Qualifikationsspiele vor sich hat.“

Russland in EM-Qualifikation unter Druck

Fakt ist, dass Russland definitiv um die Teilnahme an der EM 2016 zittern muss. Die Auswahl liegt mit 5 Punkten in der Qualifikationsgruppe G nach vier Spieltagen auf dem 3. Platz. Souveräner Spitzenreiter ist Österreich mit 10 Punkten, dahinter liegt Schweden mit 6 Zählern auf dem 2. Platz. Da sich bekanntermaßen die beiden erstplatzierten Teams einer jeden Qualigruppe für die EM 2016 direkt qualifizieren, hat Russland also noch alle Chancen – zumal ja noch sechs Spiele auf dem Programm stehen. Zudem hat der Gruppendritte die Chance, sich über die Playoffs für die kontinentalen Meisterschaften zu qualifizieren, wobei sich der beste Gruppendritte aller Qualifikationsgruppen ebenfalls fix qualifiziert.

Capello wartet auf Gehalt

Fabio Capello ist bereits seit Juli 2012 Nationaltrainer von Russland und soll vor allem bis zur Heim-WM 2018 eine schlagfertige und konkurrenzfähige Mannschaft aufbauen. Doch nach einer erfolgreichen Qualifikation zur WM 2014 setzte es für die Sbornaja in Brasilien eine herbe Enttäuschung, da man bereits nach der Gruppenphase die Heimreise antreten musste. Zudem soll der 68-jährige Italiener, dessen Vertrag noch bis Sommer 2018 läuft, seit der WM am Zuckerhut kein Gehalt mehr bekommen haben, was ebenfalls das Betriebsklima sehr belastet. Wie russische Meiden aber Anfang Februar berichteten, soll nun der Oligarch Alischer Usmanow eingesprungen sein und dem Verband ein Darlehen in Höhe von rund 5 Millionen Euro für die Lohn-Nachzahlungen zur Verfügung gestellt haben.

Russland mit schwierigen Spielen vor der Brust

Russland steht indes in der EM-Qualifikation vor richtungsweisenden Spielen. Das nächste Match steigt am 27. März, wenn es gegen den Gruppenvierte aus Montenegro (5 Punkte), der ebenfalls in der Vergabe der EM-Tickets noch ein Wörtchen mitreden will. Danach folgen die beiden schwere Spiele gegen Österreich (14. Juni) und gegen Schweden (5. September), in denen die russische Auswahl aber zumindest Heimvorteil genießt. Die Capello-Elf ist in diesen wichtigen Spielen fast schon zum Siegen verdammt, um im Rennen um die EM-Tickets nicht vorzeitig auszuscheiden.

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