Franck Ribery spielt nie wieder für Frankreich

Franck Ribery ist aus der französischen Nationalmannschaft zurückgetreten und somit verzichtet der Flügelflitzer auf die Chance, die EM 2016 in der Heimat zu spielen. Auch wenn die Beziehung zwischen Ribery und der Equipe Tricolore sowie den Frankreich-Fans nicht immer die beste war, kommt der Rücktritt doch ziemlich überraschend. Welche Gründe führt der Superstar des FC Bayern für seine Entscheidung auf? Wer kann Ribery ersetzen?

Franck Ribery © Станислав Ведмидь/Stanislav Vedmid'/Stanisław Wiedmid'

Franck Ribery (l.) im Duell gegen Englands James Millner © Станислав Ведмидь/Stanislav Vedmid’/Stanisław Wiedmid‘ CC BY-SA 3.0

Mit erst 31 Jahren ist für Franck Ribery das Kapitel „Nationalmannschaft“ beendet! „Ich höre auf“, erklärte der ‚Monsieur‘ gegenüber dem Fachmagazin „kicker“. „Ich habe für mich festgestellt, dass dieser Moment nun gekommen ist. Es gab Höhen und Tiefen, jetzt ist die Zeit für einen neuen Abschnitt in meinem Leben gekommen.“ Für Frankreich absolvierte der technisch versierte Mittelfeldspieler 81 Länderspielen, in denen er 16 Tore erzielte.

Ribery-Rücktritt nach verpasster WM überraschend

Die Weltmeisterschaft in Brasilien hatte Ribery aufgrund von Rückenproblemen verpasst. Für den Spieler aber auch die Grande Nation war das ein schwerer Schlag, da Ribery einer der großen Hoffnungsträger war. Sein letztes Länderspiel im Trikot der Equipe Tricolore absolvierte Ribery am 5. März 2014 beim 2:0 gegen die Niederlande. Der Offensivkünstler stellte bereits klar, dass er nie wieder eine WM spielen wird, doch der freiwillige Verzicht auf eine Europameisterschaft im eigenen Land, ist dann schon sehr überraschend.

Ribery will sich auf FC Bayern konzentrieren

Ribery beendet seine Frankreich-Karriere ausschließlich aus „rein persönlicher“ Natur. „Ich möchte mich mehr meiner Familie widmen, mich ganz auf die Aufgaben beim FC Bayern konzentrieren und auch den vielen tollen jungen Spieler in der Nationalmannschaft den Platz überlassen“, erklärte Ribery. Bei Bayern München wird man die Entscheidung vom verletzungsanfälligen Ribery mit Wohlwollen registrieren, zumal auch mit Philipp Lahm ein wichtiger Leistungsträger sowie prominenter Nationalspieler seine Karriere in der Nationalelf kürzlich beendete.

Ribery: Keine Sorge um Frankreichs Zukunft

Ribery, der mit Frankreich bei der WM 2006 Vize-Weltmeister wurde, glaubt hingegen nicht, dass sein Rücktritt eine Schwächung für die Equipe Tricolore ist. „Man muss wissen, wann man aufhören soll. Ich habe so viel erlebt. Es ist nun Zeit, dass andere nach vorne rücken und man hat bei der WM gesehen, dass man sich über die Zukunft Frankreichs keine Sorgen machen muss“, sagte der Flügelstürmer. Bei der WM 2014 flog Frankreich im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Deutschland mit 0:1 raus.

Griezmann ein potentieller Ribery-Nachfolger

Doch wer soll Ribery in der französischen Auswahl ersetzen? Bei der WM entschied sich Trainer Didier Deschamps für Antoine Griezmann und der 23-Jährige hat seine Sache richtig gut gemacht. Natürlich ist Griezmann noch kein gleichwertiger Ersatz für Ribery, aber zumindest verfügt die Mannschaft über durchaus starkes Personal auf der Linksaußen Position. Nicht umsonst zahlte Atletico Madrid nach den guten Leistungen von Griezmann bei der WM 30 Millionen Euro Ablöse an Real Sociedad.

Ribery als Rädelsführer bei WM-Boykott

Franck Ribery kann zweifelsohne auf eine bewegte Karriere in der französischen Nationalmannschaft zurückblicken. Trauriger Höhepunkt – neben dem verlorenen WM-Finale gegen Italien 2006 – war sicherlich die Revolution gegen Trainer Raymond Domenech bei der WM 2010 in Südafrika. Die Spieler lehnten sich in der Öffentlichkeit gegen ihren Coach, wobei neben bekannten Größen wie Nicolas Anelka und Kapitän Patrice Evra auch Ribery zu den Rädelsführern zählten. Dafür wurde der filigrane Rechtsfuß vom französischen Verband im Nachgang intern für drei Länderspiele gesperrt und das Verhältnis zu den Fans war aufgrund dieser Aktion sehr angespannt.

Doch die Beziehung zwischen der Equipe Tricolore und den heimischen Fans sollten sich in den letzten Jahren stetig verbessern. Das war auch den Nationaltrainern Laurent Blanc und dessen Nachfolger Didier Deschamps zu verdanken, die dem einstigen Quertreiber mehr und mehr Verantwortung übertrugen.

Eins steht aber mit Hinblick auf die EM 2016 in Frankreich jetzt schon fest: Das Turnier verliert mit Franck Ribery eine Attraktion!

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