Ballon d’Or: Neuer fordert Messi und Ronaldo – Hat DFB-Keeper eine Chance?

Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Manuel Neuer: Das sind die drei Kandidaten, die zur Wahl des Weltfußballer des Jahres zur Auswahl stehen. Doch hat gerade ein Torwart die Chance, das Privatduell zwischen Messi und Ronaldo, die seit sechs Jahren den Ballon d’Or unter sich ausmachten, zu stören? Zwar wird Manuel Neuer als ernsthafte Konkurrenz angesehen, doch realistische Chancen auf den Titel hat der Ausnahmetorwart nicht. Dagegen können sich Joachim Löw und noch weitere deutsche Kandidaten in ihren Kategorien berechtigte Hoffnungen machen, als Sieger aus der Wahl hervorzugehen.

Manuel Neuer © Steindy

Manuel Neuer © Steindy

Jedes Jahr im Dezember gibt die FIFA die Namen der drei Bestplatzierten zur Wahl des besten Fußballspielers der Welt bekannt. Neben den alljährlich nominierten Portugiesen Cristiano Ronaldo und Argentiniens Idol Lionel Messi darf in diesem Jahr auch der deutsche Manuel Neuer vom Gewinn des Ballon d’Or träumen und am 12. Januar 2015 zur Gala nach Nyon reisen. Fraglich ist jedoch ob er überhaupt eine realistische Chance auf den Gewinn der Wahl hat oder wie schon vor ihm Franck Ribery, Andres Iniesta, Xavi oder Fernando Torres zum Statisten degradiert wird? Der letzte der die Dominanz von Messi und Ronaldo unterbrechen konnte, war 2007 der Brasilianer Kaka. Alle Titel danach wurden zwischen Messi und Ronaldo aufgeteilt. Viermal hatte der Superstar des FC Barcelona das bessere Ende für sich, zweimal konnte CR7 den Preis abräumen – wie auch im letzten Jahr.

Messi und Ronaldo auf Rekordjagd

Und auch in diesem Jahr glänzen die beiden Ausnahmesportler Messi und Ronaldo mit herausragenden Leistungen, übertreffen sich gegenseitig und weisen fantastische Bestwerte auf. Erst am letzten Spieltag der Champions League sicherte sich der Argentinier Messi den letzten Rekord und löste mit 74 Treffern in der Königsklasse den Rekordhalter Raul ab, der seinerseits 71 Mal getroffen hatte. Derzeit teilen sich die beiden Ausnahmefußballer in der spanischen Liga und der Champions League mehr als 50 individuelle Rekorde.

„Man kann die Medien nicht kontrollieren. Sie werden immer versuchen, uns zu vergleichen. Sie lieben das“, so Cristiano Ronaldo. Und auch Lionel Messi ließ sich von den Journalisten zu keiner Kampfansagen hinreißen: „Ich hatte nie Streit mit Cristiano. Es sind nur die Medien, die wollen, dass wir uns in den Haaren liegen.“

Zweikampf zwischen Messi und Ronaldo erwartet

Für die Medien ist es klar, die Wahl wird zwischen Titelverteidiger Ronaldo und dem viermalige Gewinner Messi entschieden. Dabei muss erwähnt werden, dass die Abstimmung bereits stattgefunden hat und nur noch das offizielle Ergebnis mitgeteilt wird.

Im Kampf um den Titel Weltfußballer des Jahres 2014 spricht außerhalb Deutschlands jedoch kaum jemand über Manuel Neuer, und dies obwohl der Nationaltorwart mit starken Leistungen in der Champions League und bei der Weltmeisterschaft glänzte und Weltmeister wurde. Doch Ronaldo und Messi haben als absolute Weltstars und vor allem als echte „Marken“ einen enormen Vorteil bei den Wahlberechtigten aus der ganzen Welt. Für Neuer dürften die Stimmen vor allem aus Europa kommen. Neuer könnte nach 28 Jahren in die Fußstapfen von Lothar Matthäus treten, der als bisher einziger deutscher Spieler 1991 die prestigeträchtige Auszeichnung gewinnen konnte.

Neuer klarer Außenseiter gegen Messi und Ronaldo

Der 28-Jährige äußerte sich über die Nominierung mehr als glücklich: „Das ist natürlich eine super Nachricht und eine sehr große Ehre für mich. Dass ein Torwart nominiert wird, ist ja nicht selbstverständlich. Das habe ich aber in besonderem Maße auch meinen Mannschaften zu verdanken: Mit dem FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft haben wir ein großartiges Jahr 2014 gespielt und Titel gewonnen.“ Sogar FIFA-Präsident Sepp Blatter hatte in diesem Jahr einen neuen Vorschlag und empfahl für die Wahl Manuel Neuer. Neuer, der als Torwart aus einer anderen Disziplin stammt und bei dem all die Torrekorde verblassen, weil für ihn andere Werte maßgeblich sind, wäre dennoch ein würdiger Sieger. Immerhin hat er als Teilzeit-Libero das Torwartspiel auf eine neue Ebene gebracht.

Doch da nicht der für die Mannschaft wertvollste, sondern der individuell beste Fußballer gewählt wird, kann der Keeper des FC Bayern München den beiden Giganten nur theoretisch gefährlich werden. So wird auch in diesem Jahr der Gewinner des Ballon d’Or am 12. Januar im Kongresshaus Zürich wieder Messi oder Ronaldo heißen.

Weltfußballer Übersicht: Die letzten zehn Titelträger

  • 2004: Ronaldinho (FC Barcelona), Brasilien
  • 2005: Ronaldinho (FC Barcelona), Brasilien
  • 2006: Fabio Cannavaro (Juventus Turin, Real Madrid), Italien
  • 2007: Kaka (AC Mailand), Brasilien
  • 2008: Cristiano Ronaldo (Manchester United), Portugal
  • 2009: Lionel Messi (FC Barcelona), Argentinien
  • 2010: Lionel Messi (FC Barcelona), Argentinien
  • 2011: Lionel Messi (FC Barcelona), Argentinien
  • 2012: Lionel Messi (FC Barcelona), Argentinien
  • 2013: Cristiano Ronaldo (Real Madrid), Portugal

Ballon d’Or 2014: Wird Bundestrainer Löw Trainer des Jahres?

löw

Andere deutsche Kandidaten haben da schon bessere Chancen ihre Kategorie zu gewinnen. Allen voran Bundestrainer Joachim Löw, der zur Wahl des besten Trainer des Jahres nominiert ist. Neben dem Weltmeister-Trainer stehen auch noch Carlo Ancelotti, der mit Real Madrid die Champions League gewann, sowie Diego Simeone, der mit Atletico Madrid spanischer Meister wurde und sensationell in das Finale der Königsklasse einzog.

Bei den Frauen wurde die für den VfL Wolfsburg spielende Nationalspielerin Nadine Keßler nominiert, die sich gegen die Brasilianerin Marta sowie US-Superstar Abby Wambach durchsetzen muss. „Ich kann es noch gar nicht fassen, bin total überwältigt. Obwohl es mich traurig macht, dass ich mit diesem überragenden Team momentan nicht auf dem Platz stehen kann, ist die Freude dennoch riesengroß“, so Keßler, die nach einer Knieoperation noch ausfällt.

In der Kategorie Trainer/in einer Frauenmannschaft haben gleich zwei Deutsche die Chance auf den Sieg. Neben Ralf Kellermann, der die Frauen des VfL Wolfsburg zum Triple führte, kann sich auch die U20-Weltmeister-Trainerin Maren Meinert berechtigte Hoffnungen auf den Gewinn der Auszeichnung machen. Als dritter Kandidat geht der Trainer der japanischen Frauen-Nationalmannschaft Norio Sasaki in das Rennen.

Gewählt werden die Sieger von den 209 Spielführern und Trainern der Nationalteams der FIFA Mitgliedsverbände sowie ausgewählten Medienvertretern. Wie bereits erwähnt, wird die Vergabe des Ballon d’Or im Rahmen einer großen Gala am 12. Januar im schweizerischen Nyon über die Bühne gehen.

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