Deutschland – Australien 2:2 – Podolski rettet Remis für DFB-Team

Weltmeister Deutschland kommt nach dem Titelgewinn in Brasilien einfach nicht ins Rollen. Auch gegen den 65. der FIFA Weltrangliste kam der vierfache Weltmeister nicht über ein 2:2 Unentschieden hinaus und muss sich vor dem EM-Qualifikationsspiel am kommenden Sonntag (ab 18.00 bei RTL) in Georgien gewaltig steigern.

Auch wenn das Motto vor dem Freundschaftsspiel in Kaiserslautern gegen den Asienmeister Australien „testen was nur geht“ hieß, hatten sich die 47.106 Zuschauer im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion doch einen deutschen Sieg erhofft. Bundestrainer Joachim Löw wollte sein Team in puncto Flexibilität und neuen Spielermaterial testen und schickte seine Elf in einem ungewohnten 3-1-4-2-System auf den Rasen.

podolski (13)

Während die Rückkehr der beiden langzeitverletzten Holger Badstuber, der zusammen mit Benedikt Höwedes und Shkodran Mustafi die Dreierabwehr bildete, und Ilkay Gündogan schon vor dem Anpfiff angekündigt war, verwunderte es, dass Kapitän Bastian Schweinsteiger das gesamte Spiel von der Bank aus verfolgen musste. Für Schweinsteiger übernahm Sami Khedira die DFB-Kapitänsbinde.

DFB-Team mit gutem Start gegen Australien

Für ein Testspiel ging es auf dem Betzenberg recht flott zu und auf beiden Seiten ergaben sich einige Torchancen. Schon in der Anfangsphase deckten die Australier ein ums andere Mal die Abstimmungsprobleme der DFB Hintermannschaft auf und erspielten sich durch den für Ingolstadt in der zweiten Bundesliga spielende Australier Matthew Leckie (9.) und Nathan Burns (14.) gute Chancen. Die erste deutsche Tormöglichkeit hatte Jonas Hector (16.), der Kölner Außenverteidiger es jedoch nicht, den Ball im generischen Kasten unterzubringen. Eine Minute später machte es der Weltmeister besser, als Khedira zu einem explosiven Sololauf über das halbe Spielfeld ansetzte, geschickt in den Laufweg von Marco Reus passte, der dann den Ball zur deutschen Führung ins Tor grätschte. Kurz darauf hätte erneut Reus auf 2:0 erhöhen müssen, scheiterte jedoch freistehend am australischen Schlussmann Mathew Ryan.

Auch wenn Deutschland in der Folge das Spiel einigermaßen unter Kontrolle hatte, blieben die Gäste von Down Under stets gefährlich und nutzten noch vor der Pause eine Verkettung von Unachtsamkeiten der deutschen Mannschaft, um zum Ausgleich zu kommen. Nach einem Einwurf störten weder Mesut Özil noch Höwedes den flankenden Burns, der in der Mitte James Troisi fand und per Kopf den Ausgleich und 1:1-Pausenstand erzielte.

Zahlreiche Wechsel hemmen den Spielfluss

Löw hatte in der ersten Hälfte genug gesehen und stellte in der Pause auf die gewohnte Viererkette um und brachte für den leicht angeschlagenen Badstuber den Hoffenheimer Sebastian Rudy. Doch es waren die Gäste, die nach gerade einmal fünf Minuten den nächsten Treffer erzielten. Mile Jedinak zirkelte einen Freistoß ins Tor, bei dem Ersatzkeeper Ron-Robert Zieler keine glückliche Figur machte. Einige Zeigerumdrehungen später wäre die Partie zugunsten der Socceroos vermutlich entschieden gewesen, wenn Troisi seinen Kopfball aus Nahdistanz nicht neben das Tor gesetzt hätte.

Trotz des Gegentreffers spielte die DFB-Mannschaft in der Defensive weiter vogelwild und war für australische Konter stets anfällig. In der Offensive musste man der deutschen Elf jedoch zu gute halten, dass man trotz der vielen Wechsel weiterhin bemüht nach vorn spielte und den Ausgleich erzwingen wollte. Ausgerechnet der viel gescholtene Lukas Podolski war es dann, der acht Minuten nach seiner Einwechslung und tollen Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Andre Schürrle den letztendlich verdienten 2:2-Ausgleich erzielen konnte (81.)

Löw: Müssen gegen Georgien gewinnen

Allen deutschen Beteiligten war klar, dass es am Sonntag einer Steigerung bedarf, um gegen Georgien die nächsten wichtigen EM-Qualifikationspunkte einfahren zu können. „Das war sicher nicht das, was wir uns vorgenommen haben“, so Khedira nach der Partie. Und auch Bundestrainer Löw gab zu: „Es war zu wenig Klarheit im Spiel, wir haben nach hinten heraus unseren Rhythmus nicht mehr gefunden.“ Dennoch richtete er den Blick auf das Spiel am Sonntag in Tiflis und gab sich zuversichtlich: „Da wissen wir, dass wir gewinnen müssen und werden auch entsprechend auftreten.“

Deutschland liegt in der Qualifikationsgruppe D mit 7 Zählern hinter Polen (10 Punkte) und Irland (7) nur auf dem 3. Platz.

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