Ter Stegen im CL-Halbfinale gegen Bayern – Punkte für DFB-Karriere sammeln

In der Nationalmannschaft ist Manuel Neuer die unantastbare Nummer 1! Doch dahinter kämpfen einige Kandidaten um den vakanten Platz des Ersatzkeepers. Hier bietet sich nun für Marc-Andre ter Stegen, Schlussmann beim FC Barcelona, im direkten Duell gegen den FC Bayern im Champions-League-Halbfinale mit Neuer nun die große Chance, auf sich aufmerksam zu machen und zu punkten. Dabei will der 23-Jährige, über den Lionel Messi in höchsten Tönen schwärmt, aber nicht nur Druck auf Neuer ausüben, sondern auch den Aufstieg zum Stammtorwart bei Barca schaffen.

Marc Andre ter Stegen © Michael Kranewitter / Wikipedia

Marc Andre ter Stegen © Michael Kranewitter / Wikipedia

Das Duell zwischen Bayern München gegen FC Barcelona in der Vorschlussrunde der Königsklasse ist auch ein Duell zwischen Manuel Neuer gegen Marc-Andre ter Stegen. Die deutsche Nummer 1 gegen seinen potentiellen Erben! Entsprechend groß ist die Bühne für den ehemaligen Gladbach-Torwart, der vor der Saison den Schritt zum großen FC Barcelona wagte. Denn die Halbfinalpartien gegen den FC Bayern werden in Deutschland von einem Millionenpublikum verfolgt – zumal sowohl das Hinspiel (6. Mai um 20.45 Uhr) als auch das Rückspiel (12. Mai um 2045 Uhr) live im ZDF übertragen werden. Mit starken Leistungen kann ter Stegen aber nicht nur dazu beitragen, dass sein Klub ins CL-Finale in Berlin einzieht, sondern auch Punkte bei Bundestrainer Joachim Löw sammeln.

Ter Stegen: Henkelpott als Argument für Löw

Löw wird sich im Sommer mit Hinblick auf die EM 2016 in Frankreich über die Torhüterpositionen Gedanken machen. Denn nach der U21-EM werden sowohl ter Stegen als auch sein gleichaltriger Rivale Bernd Leno, der bei Bayer Leverkusen den Kasten hütet, in den Kader der A-Nationalmannschaft aufrücken und wohl mit großer Sicherheit die bisherigen Ersatzkeeper Roman Weidenfeller und Ron-Robert Zieler ablösen. Ter Stegen braucht noch ein paar gute Argumente, zumal er beim FC Barcelona nur im Pokal und der Champions League im Tor steht. In der Liga kommt der 31-jährige Claudio Bravo, der ebenfalls zu Saisonbeginn geholt wurde, zum Einsatz. Sollte ter Stegen mit Barca den Henkelpott gewinnen, dann würde sich auch seine Ausgangslage in der Nationalelf deutlich verbessern.

Messi: ter Stegen kann bester Torwart der Welt werden

Zumindest beim FC Barcelona hat ter Stegen alle überzeugt. „Marc ist jung, aber schon so komplett. Der perfekte Torwart für die Spielweise, die Barcelona hat. Er ist sehr stark auf der Linie, sehr gut mit den Füßen, sehr sicher im Strafraum und arbeitet sehr gut unter Druck. Ich bin sehr zufrieden mit ihm“, erklärte Trainer Luis Enrique. Lionel Messi huldigte den Deutschen dagegen und sagte, dass ihn seine Eigenschaften „zum besten Torwart der Welt machen“ könnten.

In ihrer Spielweise sind sich Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen tatsächlich sehr ähnlich, wobei viele Experten den Ex-Gladbacher für einen noch besseren Fußballer als Neuer halten.

Köpke: DFB-Team sucht keine Nummer 1

Trotzdem wird sich an der Torwart-Thronfolge im DFB-Team so schnell nichts ändern. Denn ter Stegens Problem ist, dass Neuer erst 29 Jahre alt ist. Für einen Torwart noch kein Alter. „Das Problem für die Jungen ist ja: Wir suchen zurzeit gar keine Nummer eins“, sagte der Bundestorwarttrainer Andreas Köpke gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Neuer wird noch auf Jahre das DFB-Trikot mit der Nummer 1 tragen, wobei Köpke davon ausgeht, dass der Nationaltorwart „noch mindestens zwei Turniere spielt“. Und selbst nach der WM 2018 in Russland wäre Neuer gerade erst 32. Und wer seinen Ehrgeiz kennt, weiß, dass er noch weitere Turniere spielen würde.

Für Marc-Andre ter Stegen geht es auf DFB-Team-Ebene jetzt erstmal darum, sich gegen seinen Rivalen Leno, die nicht unbedingt als die besten Freunde gelten, durchzusetzen. Zudem will er in Barcelona in der kommenden Saison auch in der Liga im Tor stehen und der Arbeitsteilung mit Bravo ein Ende zu bereiten. Dann könnte er zumindest auch langfristig an den Stammplatz im DFB-Kasten denken.

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