Deutschland gegen Irland 1:1 – O’Shea schockt DFB-Elf in letzter Sekunde

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Deutschland musste sich am 3. Spieltag der EM-Qualifikation in der Veltins Arena auf Schalke mit einem mageren 1:1 gegen Irland zufrieden geben. Die Führung durch Toni Kroos egalisierte John O’Shea in der Nachspielzeit. Somit legt der Weltmeister den schlechtesten Start einer deutschen Nationalmannschaft in der Geschichte der EM-Qualifikation hin. Denn nach drei Spieltagen stehen lediglich vier Punkte zu Buche.

Eigentlich wollte die deutsche Elf gegen Irland den nächsten Dreier einfahren und wie Teammanager Olivier Bierhoff vor dem Spiel noch sagte, wenn es sein muss auch in „dreckiger“ Manier. Eigentlich wäre es auch so gekommen, doch in der 94. Minute erzielt der irische Kapitän John O`Shea den späten Ausgleichstreffer und lässt die DFB-Spieler bedröppelt dreinschauen.

Löw überrascht mit Ginter in Aufstellung

Im Gegensatz zum Spiel gegen Polen musste Bundestrainer Joachim Löw auf Christoph Kramer und Andre Schürrle krankheitsbedingt verzichten und brachte dafür Matthias Ginter und den Schalker Julian Draxler. Mit Draxler hatte man durchaus gerechnet, doch warum der Bundestrainer den Dortmunder Ginter aufs Feld schickte, der gerade einmal drei Spiele in der laufenden Saison für den BVB absolvierte, und den Hoffenheimer Sebastian Rudy auf der Bank ließ, wunderte dann doch viele Experten.

DFB-Team ideenlos nach starkem Auftakt

Von Beginn an wurden die extrem defensiv agierenden Iren an den eigenen Strafraum gedrängt und allen war schnell klar, dass dies ein Geduldsspiel werden würden. Der Stuttgarter Antonio Rüdiger war der erste der einen ersten Warnschuss abgab, doch sei Schuss verfehlte das Ziel. Nur kurze Zeit später hatte das deutsche Publikum den Torjubel schon auf den Lippen, doch der Schuss des abermals schwachen Erik Durm krachte in der fünften Minute an die Querlatte. Nach dem durchaus engagierten Beginn war es mit dem zielstrebigen Spiel der DFB-Elf aber auch schon wieder vorbei. Zwar verzeichnete Deutschland viel Ballbesitz und bot ordentliche Ballstafetten, doch das entscheidende Zuspiel zum Tor wollte einfach nicht gelingen. Es mangelte an Ideen und Spielwitz. So verdienten sich die Männer von der grünen Insel zur Halbzeit ein 0:0.

Deutschland mit kurzem Powerplay nach Wechsel

Bundestrainer Löw reagierte bereits zur Halbzeit und nahm den völlig überforderten Ginter vom Feld und brachte mit Lukas Podolski einen weiteren Offensivmann. Daher rückte Draxler in die Zentrale, während Podolski in der Folge des Spiels über den linken Flügel kam. Die Umstellung zeigte erste Erfolge und Podolski prüfte mit einem Distanzschuss kurz nach der Halbzeit den irischen Keeper David Forde (49.). Auch in den nächsten deutschen Angriffsbemühungen durch Karim Bellarabi (53.), Toni Kroos (55.) und Thomas Müller (56.) musste der Schlussmann vom englischen Zweitligisten FC Millwall eingreifen. Doch trotz des Powerplays gelang es dem deutschen Team nicht ein Tor zu erzielen .

Doch kaum hatte das deutsche Spiel Fahrt aufgenommen, da verstummten die durchdachten Angriffe wieder. Sowohl Durm als auch Rüdiger schalteten sich fast gar nicht mehr in das Offensivspiel der DFB-Auswahl ein, so dass der Weg anstatt über außen meist durch die dicht gestaffelte Mitte ging. Hier biss man sich aber der gut sortierten irische Verteidigung die Zähne aus und konnte sich keine nennenswerten Chancen erspielen.

Kroos erzielt Führung aus der Distanz

Um selbst für etwas mehr Entlastung zu sorgen, nahm der irische Coach Martin O`Neill Altstar Robbie Keane vom Feld und brachte dafür in der 63. Minute Darron Gibson. Aber auch das ließ die Iren nicht mutiger werden.

Das berüchtigte irische Glück hatten die Männer von der grünen Insel dann in der 69. Spielminute, als der Münchner Mario Götze klar von O’Shea im Strafraum umgerissen wurde, doch der fällige Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Damir Skomina aus Slowenien ausblieb. Nur zwei Minuten später war die Szene aber vorerst vergessen, als sich der neu Madrilene Toni Kross den Ball am gegnerischen Strafraum schnappte und mit einem strammen Schuss aus rund 26 Metern und unter Mithilfe des linken Innenpfostens die verdiente 1:0-Führung für Deutschland bescherte.

O’Shea markiert den Schlusspunkt

Doch wer dachte, dass dies dem deutschen Team Auftrieb geben sollte, sah sich getäuscht. Besonders in den letzten Minuten des Spiels wurden ungewöhnlich viele Bälle lang und planlos nach vorne geschlagen, was den Iren immer wieder Ballbesitz einbrachte. In der 85. Minute war es dann Durm, der mit einem starken Tackling den Schuss des Iren James noch blocken konnte, doch als alle schon mit dem Abpfiff rechneten, schlugen die Iren eiskalt zu. Nach einem Einwurf auf Strafraumhöhe ging Durm nicht aggressiv zur Sache, Götze konnte die weite Flanke nicht verhindern, die gesamte deutsche Hintermannschaft rechnete nicht mehr damit dass Jeff Hendrick den Ball in die Mitte ablegen konnte, und Verteidiger O’Shea war den berühmten Tick schneller als Mats Hummels am Ball und erzielte im Fallen den aus deutscher Sicht bitteren und aus irischer Sicher glücklichen Ausgleich. Danach wurde die Partie gar nicht mehr angepfiffen.

Deutschland nur Vierter in Gruppe D

Durch das 1:1 rangiert das deutsche Team in der EM-Qualifikationsgruppe D mit vier Punkten nur auf dem 4. Platz. Angeführt wird das Tableau von Polen mit sieben Punkten, die ihrerseits nicht über ein 2:2 gegen Schottland kam. Irland ist Zweiter (7 Punkte) und Schottland liegt punktgleich mit der deutschen Elf auf dem 3. Rang.

Im nächsten Spiel muss Deutschland am 14. November um 20.45 Uhr in Nürnberg zur Pflichtnummer gegen Gibraltar ran. Hier sollte es dann mit dem zweiten Sieg in der EM-Qualifikation endlich klappen.

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