EM-Qualifikation: Vorschau 4. Spieltag mit DFB-Team vs. Gibraltar

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Der Kampf um die EM-Tickets geht in die nächste Runde. Besser gesagt in die 4. Runde, denn es steht der 4. Spieltag in der EM-Qualifikation für Frankreich 2016 auf dem Programm. Dabei kommt es in vielen Gruppen zu Spitzenspielen zwischen Erster und Zweiter. Ausnahmsweise gehört die deutsche Elf diesmal nicht zu den erlesenen Teams und geht gegen den krassen Außenseiter Gibraltar nur als Vierter in den Spieltag. Auch die Niederlande und die Schweiz müssen sich erst mit der Verfolgerrolle vertraut machen.

Gruppe A: Niederlande und Türkei unter Zugzwang

So langsam wird es für die Niederlande in der Gruppe A eng. Nach drei Spieltagen hat der WM-Dritte mit nur drei Punkten bereits sechs Zähler Rückstand auf die ungeschlagenen Tschechen und Isländer, die am Sonntag direkt aufeinander treffen. Das Team Oranje steht dagegen vor einem Pflichtsieg gegen Lettland und könnte einige Zähler auf das Spitzenduo gutmachen. Sollte es jedoch für die kriselnde Elftal eine weitere Pleite geben, hat Trainer Guus Hiddink seinen Rücktritt angekündigt.

Noch schlechter ist es um die Türkei bestellt. Das Team von Trainer Fatih Terim ist nach drei Spielen mit einem Punkt Letzter und ist im Heimspiel am Sonntag gegen Kasachstan zum Siegen verdammt. Andernfalls wird der EM-Zug wohl ohne die Türkei losfahren. Im Spitzenspiel der Gruppe A treffen die beiden Führenden Tschechien und Island aufeinander, die die maximale Punkteausbeute von neun auf dem Konto haben.

Gruppe B: Belgien empfängt Wales zum Spitzenspiel

In der Gruppe B treffen auch die Top-Teams direkt aufeinander. Im Spitzenspiel empfängt der Dritte Belgien Tabellenführer Wales, die bereits ein Spiel mehr absolviert haben als die vom Ex-Schalker Marc Wilmots trainierten Roten Teufel. Auf den Wolfsburger Kevin De Bruyne sollte man unbedingt ein Auge werfen, der sich momentan in einer überragenden Form präsentiert. Das Zweitplatzierte Israel empfängt in Haifa Bosnien-Herzegowina, das als WM-Teilnehmer 2014 mit zwei Unentschieden und einer Pleite aus drei Spielen in der EM-Qualifikation bislang enttäuschte. Nur der Gewinner der Partie wird seine Position in der Gruppe auf jeden Fall verbessern und sich weiter nach oben schieben können. Vervollständigt wird der 4. Spieltag in dieser Gruppe durch die Partie zwischen Zypern und Andorra.

Gruppe C: Spanien vor Pflichtsieg gegen Weißrussland

Die Gruppe C wird überraschenderweise nicht von Spanien, sondern der Slowakei angeführt, die den amtierenden Europameister mit 2:1 bezwang. Während die Slowakei in Mazedonien antreten muss und die Tabellenführung verteidigen will, empfängt Spanien das noch sieglose Weißrussland und hofft auf einen Patzer des Tabellenführers. Aber auch die Ukraine befindet sich im Rennen um die EM-Tickets noch in guter Position und muss als Dritter, punktgleich mit Spanien, zum Tabellenletzten nach Luxemburg. Eine Pflichtaufgabe die einfacher kaum sein dürfte.

Gruppe D: Kantersieg für DFB-Team? Polen und Irland wollen nachlegen

Lukas Podolski © Michael Kranewitter(1)

Lukas Podolski wird wohl gegen Gibraltar in der Startelf stehen © Michael Kranewitter(1)

Weltmeister Deutschland grüßt seit langem Mal nicht von der Tabellenspitze seiner EM-Qualifikationsgruppe, sondern muss sich vorerst mit der Verfolgerrolle begnügen. Nach drei Spieltagen liegt das Team von Bundestrainer Joachim Löw nur auf Platz vier und hat auf das Führungsduo Polen und Irland drei Punkte Rückstand. Während die Weltmeister in Nürnberg den Fußballzwerg Gibraltar zu einem Schützenfest begrüßen dürfte, kommt es in Glasgow zum britischen und garantiert stimmungsvollen und hart umkämpften Duell Schottland gegen Irland. Mit einem Dreier würden die Schotten, die noch vor den Deutschen liegen, mit Irland gleichziehen und die Gruppe extrem ausgeglichen gestalten. Die Iren wollen hingegen weitere Punkte sammeln und die Konkurrenz distanzieren. Tabellenführer Polen muss in Georgien, das zwar schon zwei von drei Spielen verloren hat, dabei aber nur drei Tore kassierte, seine Spitzenposition behaupten und geht als klarer Favorit in die Partie in Tiflis.

Gruppe E: England will weiße Weste wahren – Schweiz unter Druck

In der Gruppe E kommt es zum Spiel Erster gegen Zweiter, oder in Namen ausgedrückt Staffelfavorit England gegen Slowenien. Mit einem weiteren Sieg würden die Three Lions nicht nur ihre verlustpunktfreie Serie weiter ausbauen, sondern könnten sich von den anderen Teams etwas absetzen. Auf Slowenien hat das Team von Trainer Roy Hodgson bereits drei Punkte Vorsprung und würde diesen bei einem Sieg in Wembley auf sechs Zähler ausbauen können. Auch auf den Dritten Litauen könnte der Vorsprung ausgebaut werden, da sie bei den schwach gestarteten Schweizern zu Gast sind, die wiederum zum Siegen verdammt sind. Die Eidgenossen liegen auf Rang vier und haben drei Punkte Rückstand auf Gegner Litauen. Xherdan Shaqiri gibt sich voller Hoffnung: „Ich bin zuversichtlich, dass wir gegen Litauen eine gute Leistung zeigen und wir dementsprechend die Partie gewinnen werden.“

Gruppe F: Kann Nordirland weiter für Furore sorgen?

Noch ist Nordirland in der Gruppe F als Tabellenführer das einzig Team ohne Punktverlust, muss sich aber im Spiel in Bukarest dem Angriff vom Zweiten der Gruppe, Rumänien, erwehren. Mit einem Sieg könnte Rumänien, dass sich seit 14 Jahren für keine EM mehr qualifizieren konnten, Platz eins in der Gruppe von Nordirland übernehmen. Finnland hat die Chance als Gewinner seiner Partie als lachender Dritter aus dem Spieltag herauszugehen, bekommt es in Budapest aber mit den punktgleichen Ungarn zu tun. WM-Teilnehmer Griechenland könnte mit einem Pflichtsieg gegen die Färöer Punkte gutmachen, auch wenn man in den bisherigen Spielen durchgehend enttäuschte. Sollte die Hellenen keinen Dreier einfahren, wird die EURO 2016 in Frankreich wohl ohne Griechenland stattfinden.

Gruppe G: Österreich hat Russland zu Gast – Schweden lauert

Auch in der Gruppe G kommt es beim Spiel Österreich gegen Russland zum Aufeinandertreffen der ersten beiden Mannschaften. Das Österreich als Erster dabei auf den verletzten Sportler des Jahres David Alaba verzichten muss, bedeutet für die Alpenrepublik eine herbe Schwächung. Dennoch muss das russische Team von Trainer Fabio Capello erst einmal in Wien gewinnen, um die Führung in der Gruppe zu übernehmen. Von einer Punkteteilung profitieren würde der Dritte Schweden, die aber selbst mit Montenegro auf keine Laufkundschaft treffen.

Gruppe H: Spitzenduell zwischen Italien und Kroatien

In Mailand stehen sich mit Italien und Kroatien (je 9 Punkte) zwei Teams gegenüber, die alle bisherigen Qualispiele erfolgreich gestalten konnten und den 1. Platz unter sich ausmachen werden. Der Gewinner der Partie wird als alleiniger Tabellenführer das Jahr 2014 beenden und bis mindestens März auf die anderen Teams herabschauen. Sollte es zu einem Unentschieden kommen, könnten die Norweger, mit sechs Punkten auf Platz drei liegend, wieder Anschluss an das Duo bekommen und für Spannung in der Vergabe der EM-Tickets sorgen. Realistisch erscheint dies Vorhaben durchaus zu sein, muss man doch in Aserbaidschan gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten ran.

Gruppe I: Serbien gegen Dänemark ohne Fans – Portugal vor Pflichtsieg

Nach dem Abbruch der Partie Serbien gegen Albanien gilt die Gruppe I als Skandalgruppe. Durch den Punktabzug Serbiens und der Niederlage am grünen Tisch für Albanien ist Dänemark als Tabellenführer hervorgegangen und muss nun zum ersten Geisterspiel in Serbien antreten. Keines des beiden Teams ist froh über die Entscheidung der UEFA, werden aber in Belgrad mit den ungewohnten Verhältnissen zu recht kommen müssen. Noch hat Dänemark drei Punkte auf Serbien Vorsprung, die mit einem Sieg mit den Dänen gleichziehen könnten. Portugal könnte die Gunst der Stunde nutzen und mit einem Heimsieg gegen den letzten Armenien die Führung der Tabelle übernehmen. Aber Vorsicht, schließlich verlor Portugal schon sein Heimspiel gegen Albanien, die an diesem Spieltag spielfrei sind.

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